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Senioren-Tipp: Wie können Großeltern mit Ihren Enkeln ins Gespräch kommen?

Heike Faller

Gar nicht so einfach, finde ich. Als ich noch Großeltern hatte, drehten sich Gespräche häufig um Banales: Wie meine Schulnoten seien oder ob der Schnee im Schwarzwaldort meiner Oma schon getaut sei. Ich hätte gern über andere Themen gesprochen, Lebenserfahrungen oder wie meine Großeltern eigentlich das Leben so betrachteten, aber es war schwer auf diese Themen zu kommen. Im besten Fall schaute man gemeinsam alte Fotoalben an und erfuhr so von Brüdern, die im Krieg gefallen waren oder von Lieben, aus denen nichts geworden war.
Aber dabei blieb es. Wie sie ihr Leben betrachteten, was besonders schön war, was sie gern anders gemacht hätten, was sie ihren Enkeln mitgeben wollten, erfuhr ich nie.
Auch wegen dieser Sprachlosigkeit, die zwischen Familienmitgliedern herrscht, beschloss ich vor einigen Jahren ein Buch zu schreiben, das vom Leben erzählt. Es ist ein illustriertes Bilderbuch, das auf 100 Seiten 100 Lebenslektionen benennt, die Menschen zwischen 0 und 100 machen – vom Purzelbaum (mit drei) über mutiger werden (mit acht) über Verluste aushalten (mit 46) bis hin zu den Lektionen des Alters: mit einer neuen Technik umgehen; sich damit abzufinden, Dinge zu verlernen; sich vielleicht noch einmal neu zu verlieben.
Ich habe mir mein Buch immer als Kinderbuch vorgestellt, das Kinder zwischen fünf und 12 weit vorblättern lässt ins Leben und sie deshalb auch überfordert. Und dann haben sie, so habe ich mir das gedacht, dann einen Menschen an ihrer Seite, der mit ihnen Jahr für Jahr durchgeht und so dass man gemeinsam ins Reden kommt: Von Dingen, die der ältere Mensch erlebt hat und Vorstellungen, die der jüngere Mensch vom Leben hat. Inzwischen gibt es erste Leute, die das Buch gelesen haben und mein Plan scheint aufzugehen. Die erste Leserin war Noelle, die das Buch im Shop des Berliner Guggenheim Museums fand. Sie schrieb mir: "Ich habe es gestern zusammen mit meiner Oma im Museums Shop gelesen und uns sind beiden die Tränen gelaufen, vor lauter Rührung. Später habe ich es zuhause meiner Mutter gezeigt, ein ziemlicher Stein wenn es um Gefühle geht, aber auch sie konnte nicht verstecken wie sehr sie das Buch berührt hat. Wir haben noch viel darüber heute gesprochen."
Und ich hatte das Gefühl, dass ein alter Plan aufgegangen ist und hoffe, dass das Buch noch viele Menschen ins Gespräch bringt.
Heike Fallers Buch "Hundert" ist bei Kein und Aber erschienen und kostet um die 20 Euro. Lust auf mehr? Hier können Sie ein Exemplar erwerben: Klick

Ein herzliches Dankeschön an Frau Heike Faller, für die Vorstellung Ihres neuen Buches.

Alles Liebe und bis bald,
Ihre Michaela-Martina Strohmayer, seniorenblog.eu

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