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Wenn das Vergessen siegt: Der Weg in die Demenz

Es begann langsam. Fast schleichend. Frau K. verirrte sich auf dem Heimweg von ihrer Tochter, weil eine Baustelle ihr den Weg versperrte. Als sich solche Vorfälle mehrten, beschloss sie nicht mehr Auto zu fahren, sondern die Bahn zu nehmen. Doch auch dort fiel ihr die Orientierung zunehmend schwerer. Den Weg von der Haltestelle nach Hause fand sie im Dunkeln nicht immer sofort. Zudem empfand sie das Ein- und Aussteigen, das Gedrängel am Bahnsteig und die kleingeschriebenen Fahrpläne als beschwerlich.
Nach einem Sturz auf dem Weg zum Bäcker war Frau K. völlig auf ihre Angehörigen angewiesen. Einkaufen, putzen, spazieren gehen- Alltägliches wurde immer mehr zur Herausforderung. Die Diagnose beginnende Demenz in Verbindung mit körperlicher Schwäche schränkte die ganze Familie ein.
Erst ein Krankenhausaufenthalt mit anschließender Kurzzeitpflege brachte die Wende. Denn dadurch wurde Frau K. auf eine Initiative der Nachbarschaftshilfe aufmerksam, die alleinstehende Senioren im Alltag unterstützt. Dadurch können Angehörige Hausmeister- Reinigungs- und Pflegedienste ganz oder in Teilen abtreten und es bleibt mehr Zeit für gemeinsame Freizeit. Auch die Begleitung bei Behördengängen oder Arztbesuchen ist möglich. Frau K. und ihre Tochter haben die gewonnene Zeit für gemeinsame Ausflüge so lange wie möglich ausgenutzt.
Nach einigen weiteren gesundheitlichen Beschwerden, entschied sich Frau K. dann doch für einen Umzug in ein Pflegeheim- ganz in der Nähe ihrer Familie. Dort genießt sie vor allem das große Angebot an Unterhaltungsmöglichkeiten. Von der Gymnastikstunde, über Konzerte und Singstunden bis hin zu Bastelanaktionen ist jeden Tag etwas geboten.
Waren früher die Besuche ihrer Tochter ihr Lebensinhalt, so besucht sie nun ihre alten und neuen Freundinnen auf deren Zimmern. Ihre Mitbewohner sind sogar zu einer Art Ersatzfamilie geworden

Alles Liebe und bis bald,

Ihre Michaela-Martina Strohmayer, seniorenblog.eu

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