Wasserwandern auf Korsika – Erkundungstour mit dem Kanu

Korsika gilt aufgrund seiner Lage, des Klimas und nicht zuletzt auch wegen der eindrucksvollen Landschaft mit reicher Fauna und Flora als ein beliebtes Reiseziel innerhalb von Europa. Und während die Insel vor allem bei französischen Urlaubern schon lange bekannt ist als ideale Destination für Bade- sowie Radsport- und Motorradreisen, wird Korsika nun immer häufiger auch zum Ziel für erlebnisreiches Wasserwandern.

Die zahlreichen Flüsse und Seen der Insel sowie die Küstenregionen bieten eindrucksvolle Felsenlandschaften und idyllische, naturbelassene Landstriche in satten Grüntönen mit dem typisch mediterranen Flair. Für Naturliebhaber ist Korsika also in jedem Fall eine Reise wert.

Wasserwandern: Korsika mit dem Kanu erkunden

Das Wasserwandern, auch Kanuwandern oder Wanderpaddeln genannt, ist eine besonders kurzweilige Variante, Urlaubsregionen kennenzulernen und möglichst viele verschiedene Eindrücke zu sammeln. Touren auf Flüssen oder entlang der Küste von mehreren Tagen bieten Reisenden die Gelegenheit, die Ruhe sowie das besondere Flair von fließenden Gewässern zu genießen und dabei entspannt von Ort zu Ort zu gelangen.

Auch für Urlauber, die Frankreichs romantisch-idyllische Insel schon einmal mit dem Rad erkundet haben, lohnt sich eine weitere Reise auf dem Wasserweg. Denn es bietet sich die Möglichkeit, Korsika von einem neuen, spannenden Blickwinkel zu erleben. Die etwa 1000 Kilometer lange Küste der Insel birgt geheimnisvoll erscheinende zerklüftete Felslandschaften und viele Naturschutzgebiete mit teilweise endemischen Tier- und Pflanzenarten.

Korsika – Frankreichs Insel mit eindrucksvoller Landschaft

Korsika befindet sich im Mittelmeer und besteht zu einem beachtlichen Teil aus Hochgebirge. Die politisch zu Frankreich gehörende Insel stellt nach Sizilien, Sardinien sowie Zypern das viertgrößte Eiland der Region dar. Auf einer Fläche von über 6.800 Quadratkilometern leben hier circa 328000 Einwohner. Die außergewöhnliche Gebirgslandschaft Korsikas weist stellenweise eine Höhe von über 2500 Metern auf. Die gesamte Küstenstrecke der Insel misst 1000 Kilometer, was den so zahlreich vertretenen Buchten zuzuschreiben ist. Rund zwei Drittel der Küste besteht aus felsiger Landschaft, ein Drittel besteht aus Sandstrand.

korsika von oben
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Mediterranes Klima sorgt im Frühling für optimale Bedingungen zum Wasserwandern

Die klimatischen Bedingungen der französischen Insel sind aufgrund der Lage typisch für den Mittelmeerraum. Es herrschen milde, aber feuchte Winter und heiße, trockene Sommer. Die Winde können hier mitunter schon mal ein wenig stärker werden und entlang der Küstenregionen fällt vier mal weniger Regen, als in den höher gelegenen Gebirgsregionen. Die Küste wird während der Sommermonate mitunter fast ganz von Regenfällen verschont. Im Frühjahr herrschen Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad, im Sommer steigen sie bis auf 30 Grad oder höher.

Der Herbst ist verhältnismäßig mild mit circa 20 Grad. An der Küste herrschen im Winter auf Korsika in der Regel 12 Grad, wobei es in den höheren Gebirgsregionen deutlich kühler wird und dort auch Wintersport möglich ist. Für entspannte und erlebnisreiche Wasserwanderungen eignen sich also der Frühling sowie der Frühsommer und der Frühherbst am besten. Kanuwandern im Hochsommer ist für sonnen-empfindliche Reisende nicht unbedingt empfehlenswert, da es streckenweise sehr heiß werden kann.

Artenreiche Fauna und Flora

Auf Korsika sind viele Tier- und Pflanzenarten beheimatet, einige sind endemisch, sie kommen also ausschließlich auf der französischen Insel vor. Viele dieser Tier- und Pflanzenarten können Urlauber während einer Kanuwanderung bestaunen. Als sehenswerte Landschaften gelten auch der immergrüne Buschwald, Macchie genannt, der sich über die Hälfte der Insel erstreckt und vorwiegend Gewächse mit dunkelgrünen und ledrigen Blättern beherbergt. Hier wachsen zudem Lavendel, Ginster und Baumheide im Überfluss.

Während der heißen Sommermonate gleicht die Macchie stellenweise eine trockenen Steppenlandschaft. Andere Regionen der Insel sind geprägt von Wolfsmilchgewächsen und mediterranen Kräutern wie Thymian, Rosmarin und Salbei. Typisch für die Bewaldung Korsikas sind Kiefern, Buchen und Eichen. Die Gewässer Korsikas bieten zahlreichen Fischarten einen geeigneten Lebensraum und auch die Küstenregionen werden von Meerestieren bewohnt.

In den Süßgewässern der Insel finden sich vielerorts Süßwassergarnelen, zumeist in den Unterläufen von kleineren Flüssen. Des weiteren ist hier die Mittelmeer-Bachforelle heimisch. Korsikas Küstengewässer sind besonders fischreich, hier sind rund 300 verschiedene Arten zu finden.

Wasserwanderungen auf Korsika planen

Wasserwanderungen können auf Korsika individuell geplant werden. Es sind sowohl kürzere Strecken für Ungeübte als auch längere Touren für Fortgeschrittene möglich. Die Süßwasserstraßen von Frankreichs idyllischer Insel führen zum großen Teil mitten durch die Natur. Sie sind für gemütliche Fahrten bestens geeignet, da sie eine sehr langsame Fließgeschwindigkeit aufweisen. Die Flüsse und Seen weisen im Allgemeinen auch eine gute Wasserqualität auf und die Farben reichen hier von klarem Blau bis zu Tiefgrün.

Besonders eindrucksvoll zeigen sich die Küstenregionen der Insel mit ihren zerklüfteten Felslandschaften. Hier müssen Urlauber allerdings darauf achten, beim Wasserwandern mit dem Kanu oder Kajak nicht zu weit aufs offene Meer zu gelangen. Insbesondere in den warmen Monaten sollten Wasserwanderer stets an einen geeigneten Sonnenschutz denken. Creme mit entsprechendem Lichtschutzfaktor sowie ein Hut oder eine Kappe empfehlen sich hier, da die Sonneneinstrahlung auf dem Wasser verstärkt wirken kann. In jedem Fall sollte genügend Flüssigkeit in Form von Mineralwasser vorhanden sein, da es streckenweise eventuell keine Möglichkeit gibt, nachträglich einzukaufen.

Korsika ist zudem touristisch eher wenig erschlossen, ortsunkundige Reisende sollten sich daher vor Ort informieren, wo sich Lebensmittelläden und Übernachtungsmöglichkeiten wie Campingplätze befinden. Dies gilt insbesondere für Wasserwanderungen, die länger als einen Tag in Anspruch nehmen. Im Idealfall buchen Reisende Hotelzimmer oder Campingplätze im Voraus. Für Kinder sind auch bei kürzeren Touren auf den Flüssen Korsikas Schwimmwesten ratsam. Reisende, die entlang der Küste wasserwandern, sollten geübte Schwimmer sein und sich in jedem Fall täglich am Wetterbericht orientieren.

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Verschiedene Touren zum Wasserwandern

Für Wasserwanderungen auf Korsika sind sowohl Halbtagestouren als auch Tagestouren und mehrtägige Touren möglich. Kanus und Kajaks können vor Ort ausgeliehen werden. Halbtages- und Tagestouren umfassen auf Korsikas Flüssen bis zu 10 Kilometer, die nach Belieben befahren werden können. Für mehrtägige Touren eignen sich die westlichen Küstenregionen sehr gut, hier sind bizarr erscheinende Felsformationen und naturbelassene Landstriche vorherrschend.

Das Wasserwandern sollten stets in unmittelbarer Küstennähe erfolgen, denn die Strömungen im offenen Meer sind mitunter sehr stark. Regionen wie die Kreidefelsen und Cap Corse eignen sich ausschließlich für sogenannte Kanuwanderungen bei Windstille und sehr gutem Wetter. Entlang der Küste befinden sich außerdem auch viele Naturschutzgebiete, in denen das Übernachten verboten ist.

Lohnenswerte Regionen – Das Fangodelta

Empfehlenswert für das Wasserwandern ist die Region des Fangotals. Der Fango fließt bei Galéria und mündet an der Westküste der Insel im Meer. Hier können Urlauber die Wasserwanderung auch nach Belieben unterbrechen und an den gut zugänglichen Ufern sonnenbaden oder sich beim Schwimmen abkühlen. Das Naturschutzgebiet im Fangodelta bietet außergewöhnliche naturbelassene Landschaften und eine artenreiche Fauna. Wasserwanderer können hier Fischreiher und andere Vogelarten aus nächster Nähe bestaunen. Auch Wasserschildkröten sind hier zu finden.

Der Fango bietet teilweise Strecken für weniger geübte Wasserwanderer, die problemlos auch nach einer oder zwei Stunden beendet werden können. Das Fangotal beherbergt mehrere Plätze, die mit ihren abgerundeten Felsen, dem klaren Gewässer und den üppig wachsenden Pflanzen an Bilder aus Feenreichgeschichten erinnern. Es lohnt sich daher, eine Kamera mit im Gepäck zu haben.

Korsika bietet als Mittelmeerinsel mit naturbelassenen Landstrichen, einer artenreichen Fauna und Flora sowie den langsamen Fließgewässern gute Bedingungen für gemütliches und entspanntes Wasserwandern. Geübtere und ein wenig abenteuerlustige Urlauber können verschiedene Strecken entlang der korsischen Küste befahren und die einzigartigen Felsformationen bestaunen.